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Dipl. Sport Mental Coach – Gerhard Obermüller

Verletzte Menschen verletzen Menschen

Verletzte Menschen verletzen Menschen.

Ich habe lange nach einer Antwort gesucht. Warum Menschen – Menschen verletzen. Und das obwohl sie vom Leben entäuscht worden sind und/oder Ungerechtigkeiten erfahren haben müssen. Gerade wahrscheinlich deshalb. Die Antwort liegt im Detail und beschäftigt sich mit dem inneren Kern und mit der Verarbeitung von Verletzungen.

Frühere Zurückweisungen. Generelle Enttäuschungen. Scham. Wunden, die nie geheilt sind. Gewalt von Tätern, die Opfer von Tätern sind…Unglücks – und Todesfälle die man nur schwer Begreifen kann.

Alle diese schmerzhaften Erfahrungen machen uns anfällig dafür, anderen zu schaden – und manchmal leider auch denen, die wir lieben.

  • Weil wir unseren Schmerz abladen, dem Ärger Luft machen wollen, statt uns der Wunde zuzuwenden.
  • Uns endlich mal nicht als Opfer (von damals), sondern mächtig fühlen wollen. Nicht die einzigen sein wollen, die ungerecht behandelt wurden.
  • Überreagieren, beim kleinsten Anzeichen, falsch interpretieren, die Welt und die Leute verzerrt sehen.
  • Oder im Schmerz nur noch um uns selbst kreisen und nicht mitbekommen, was wir den Mitmenschen antun.
  • Weil wir bisher keine bessere Strategie gefunden haben, mit unseren eigenen Verletzungen umzugehen.

Entschuldigt das alles? Nein.

Doch es kann helfen, uns das klar zu machen, wenn wir verletzt wurden. Denn es enthält zwei Lektionen:

1. Es ist nichts Persönliches:
Wenn uns jemand schlecht behandelt, hat das in den meisten Fällen nichts mit uns zu tun, sondern nur mit dem anderen. Vielleicht gelingt es uns, Mitgefühl für das Leid des anderen zu spüren. Das bedeutet nicht, dass wir ihm eine Lektion verpassen oder ihn ändern müssen. Vor allem bedeutet es jedoch nicht, dass wir sein Verhalten verdient haben.
2. Was wir persönlich nehmen sollten, sind unsere Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen:
Unsere Gefühle wollen gefühlt, Bedürfnisse gesehen und Grenzen eingehalten werden. Tun wir das im Falle einer Verletzung nicht, sammeln auch wir Wunden an, die „unheilsames Verhalten“ hervorbringen können, wie es die Buddhisten nennen. Wir dürfen gehen, wenn bleiben uns nicht gut tut.

Quelle: mymonk.de

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